Naturwissenschaften I

Das Werk "Lichtkinetisches Objekt" von Tomitaro Nachi ist ein faszinierendes Beispiel für die Verschmelzung von Kunst, Technik und Wissenschaft.
Tomitaro Nachi, geboren 1924 in Yokohama, brachte eine einzigartige Perspektive in die Kunstwelt, die durch seine Ausbildung als Flugzeugkonstrukteur und Testpilot sowie seine spätere künstlerische und akademische Laufbahn geprägt wurde. Seine Arbeit an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und seine Lehrtätigkeiten in Japan verdeutlichen seine interdisziplinäre Herangehensweise, die Technik, Design und Kunst vereint.
Nachi war stark von der Idee der Unendlichkeit fasziniert, ein Thema, das sich durch viele seiner Werke zieht. Diese Faszination spiegelt sich in der Dynamik und den sich wiederholenden Mustern wider, die in "Lichtkinetisches Objekt" zu sehen sind.
Das "Lichtkinetische Objekt" ist ein beeindruckendes Beispiel für Nachis lichtkinetische Kunst. Es besteht aus geschliffenem Aluminium und ist mit rostfreien Stahlseilen befestigt, was ihm eine robuste und dennoch elegante Erscheinung verleiht. Mit einer Seitenlänge von 2 Metern und der Möglichkeit, es mittels eines Getriebemotors mit 0,5 Umdrehungen pro Minute zu drehen, schafft das Objekt eine faszinierende visuelle Erfahrung.
Die beiden Seiten des Objekts – eine in hellem Grün, die andere in natürlichem Aluminium – erzeugen einen interessanten Kontrast und spielen mit der Wahrnehmung von Licht und Bewegung. Die langsame Drehung des Objekts verstärkt den Eindruck von Unendlichkeit und kontinuierlicher Veränderung, was Nachis zentrales Thema unterstreicht.

Installiert im Gebäude Naturwissenschaften I der Universität Bayreuth, steht das Objekt in einer Halle vor den Hörsälen. Diese Platzierung ist bedeutungsvoll, da sie die Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft betont. Die langsame Drehung des Objekts könnte als Metapher für den kontinuierlichen Fortschritt und die ständige Veränderung in der Wissenschaft gesehen werden.
Tomitaro Nachis "Lichtkinetisches Objekt" ist ein Meisterwerk, das die Grenzen zwischen Kunst, Technik und Wissenschaft verwischt. Es verkörpert Nachis Faszination für die Unendlichkeit und schafft eine visuelle Erfahrung, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch intellektuell anregend ist. Das Werk ist ein Zeugnis für Nachis innovative Herangehensweise und seinen Beitrag zur Kunstgeschichte.

Joachim Bandaus "Verkantete Würfel" zeigt eine moderne Skulptur, die sich mit Themen wie Geometrie, Raum und industriellen Materialien auseinandersetzt. Zwischen 1979 und 1980 geschaffen, steht dieses zweiteilige Werk prominent auf dem Campus der Universität Bayreuth, nahe dem Gebäude Naturwissenschaften I. Die Skulptur besteht aus Cortenstahl, einem Material, das für seine Witterungsbeständigkeit bekannt ist und im Laufe der Zeit eine schützende Patina entwickelt, die ihm ein charakteristisches rostfarbenes Aussehen verleiht.
Die Skulptur besteht aus zwei großen, geneigten Parallelepipeden, die jeweils eine Höhe von 3 Metern erreichen. Die Formen sind vertikal geteilt, was ein Gefühl von Trennung und Spannung zwischen den beiden Hälften erzeugt. Diese Teilung ist nicht nur physisch, sondern auch konzeptionell und lädt die Betrachter ein, über Themen wie Dualität und Fragmentierung nachzudenken.
Der Abstand von 1,15 Metern zwischen den beiden Teilen betont die Leere und macht sie zu einem integralen Bestandteil der Skulptur. Dieser leere Raum kann als Metapher für Abwesenheit oder die unsichtbaren Verbindungen zwischen getrennten Elementen interpretiert werden.

Die Verwendung von Cortenstahl ist bedeutsam. Dieses Material, das oft im Bauwesen für seine Haltbarkeit und ästhetischen Qualitäten verwendet wird, verbindet die Skulptur mit industriellen und architektonischen Kontexten. Das rostige Aussehen des Cortenstahls deutet auch auf den Verlauf der Zeit und die Auswirkungen natürlicher Prozesse auf vom Menschen geschaffene Strukturen hin.
Die verwitterte Oberfläche des Stahls kontrastiert mit den präzisen, geometrischen Formen der Würfel und schafft einen Dialog zwischen dem Organischen und dem Hergestellten, dem Natürlichen und dem Künstlichen.
Auf einem Universitätsgelände platziert, setzt sich die Skulptur mit ihrer akademischen Umgebung auseinander. Die geneigten Würfel könnten als Symbol für die dynamische und sich ständig verändernde Natur des Wissens und der intellektuellen Bestrebungen interpretiert werden.
Die offene, grasbewachsene Umgebung ermöglicht es den Betrachtern, sich der Skulptur aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern, was Interaktion und vielfältige Perspektiven fördert. Diese Platzierung unterstreicht die Rolle der Skulptur als öffentliches Kunstwerk, das im täglichen Leben der Campusgemeinschaft erlebt werden soll.
Joachim Bandaus Hintergrund und künstlerische Entwicklung bieten zusätzlichen Kontext zum Verständnis der "Verkanteten Würfel". Seine frühen Arbeiten mit Polyester und Aluminium, gefolgt von seiner Erforschung schwererer Materialien wie Stahl und Eisen, spiegeln eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Materialität und Form wider.
Bandaus Teilnahme an bedeutenden Kunstveranstaltungen wie der documenta 6 und der Erhalt renommierter Auszeichnungen unterstreichen seine Beiträge zum Bereich der Skulptur. Seine Lehrtätigkeit betont zudem seinen Einfluss auf nachfolgende Generationen von Künstlern.