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Kunst auf dem Campus der Universität Bayreuth

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Rechts- und Wirtschaftswissenschaften I

Thomas Bechinger Projektionen im Gebäude RW I

Das Werk "Projektionen" aus dem Jahr 2011 von Professor Thomas Bechinger ist eine beeindruckende Wandbemalung, die sich in der Eingangshalle des Gebäudes für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bayreuth befindet. Mit einer Größe von etwa 7 x 7 Metern dominiert das Kunstwerk den Raum und schafft eine einzigartige visuelle Erfahrung für die Betrachter.

Bechinger beschreibt seine Malerei als "farbiges Licht", das in das Foyer fällt. Dies deutet darauf hin, dass das Kunstwerk eine leichte, fast immaterielle Qualität hat, die an Lichtprojektionen erinnert. Die Farben, insbesondere das Ziegelrot, scheinen zu leuchten und erzeugen eine dynamische Atmosphäre.

Thomas Bechinger, geboren 1960 in Konstanz, hat eine bemerkenswerte Karriere als Künstler und Akademiker. Seine Ausbildung an renommierten Kunstakademien in München, London und Düsseldorf hat ihn stark beeinflusst. Seine Professuren in Nürnberg, Siegen und Stuttgart zeigen seine Expertise in Malerei und Glasgestaltung. Die Wahl zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste im Jahr 2020 unterstreicht seine Bedeutung in der Kunstwelt.

Das Kunstwerk "Projektionen" von Thomas Bechinger hat nicht nur Bewunderung, sondern auch Vorbehalte und sarkastische Kommentare hervorgerufen. Einige Betrachter fragten sich spöttisch, ob den Malern beim Streichen der Wand die Farbe ausgegangen sei, was die minimalistische und fast unfertig wirkende Ästhetik des Werkes infrage stellt. Diese Reaktionen zeigen das Spannungsfeld zwischen Alltag und Kunst, das in diesem Werk besonders deutlich wird.

Während die einen die subtile Schönheit und die Interaktion mit dem Raum schätzen, sehen andere lediglich eine unvollständige oder willkürliche Anordnung von Farben. Dieses Spannungsfeld ist charakteristisch für moderne Kunstwerke, die oft provozieren und zum Nachdenken anregen, indem sie traditionelle Vorstellungen von Vollständigkeit und Ästhetik herausfordern. Bechingers Werk lädt dazu ein, über die Wahrnehmung und Interpretation von Kunst nachzudenken und zeigt, wie subjektiv und vielfältig die Reaktionen auf künstlerische Ausdrucksformen sein können.

Thomas Bechinger Projektionen im Gebäude RW I



Die flüchtige und bewegliche Qualität der Malerei steht im Kontrast zur statischen Architektur des Gebäudes. Dies könnte als eine Metapher für die Vergänglichkeit und Dynamik des Lebens interpretiert werden, die sich in einem ansonsten starren und strukturierten Umfeld abspielt.

Der "Widerschein von Ziegelrot" der umgebenden Gebäude dringt ins Foyer und verleiht dem Raum eine warme, einladende Atmosphäre. Diese Farbe könnte auch symbolisch für die Geschichte und Tradition der Universität stehen, die durch die moderne Kunst neu interpretiert wird.

"Projektionen" ist ein Werk, das die Grenzen zwischen Malerei und Architektur verschwimmen lässt. Es schafft eine visuelle Erfahrung, die sowohl flüchtig als auch tiefgründig ist, und lädt die Betrachter ein, über die Beziehung zwischen Kunst, Raum und Zeit nachzudenken. Bechingers Fähigkeit, Licht und Farbe zu nutzen, um eine dynamische und einladende Atmosphäre zu schaffen, macht dieses Werk zu einem bemerkenswerten Beitrag zur zeitgenössischen Kunst.


Verantwortlich für die Redaktion: Oliver Gschwender

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