Druckansicht der Internetadresse:

Kunst auf dem Campus der Universität Bayreuth

Seite drucken

Hauptmensa der Universität Bayreuth

Gleich im Eingangsbereich der Mensa befindet sich eine beeindruckende Holzskulptur von Hermann Frauenknecht aus dem Jahr 1984. Diese Skulptur, eine 2,40 Meter hohe Scheibe aus industrieverleimtem Furnierbrett-Schichtholz, wurde vom Freistaat Bayern in Auftrag gegeben. Die scheibenförmige Plastik wird durch Positiv-Negativ-Aussparungen aufgelockert, was ihr eine besondere Dynamik und Leichtigkeit verleiht.

Hermann Frauenknecht, geboren 1929 in Altdorf bei Nürnberg, war ein vielseitiger Künstler, der sowohl als Maler als auch als Bildhauer tätig war. Nach seiner Ausbildung zum Dekorationsmaler und seinem Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München, wandte er sich ab 1967 konsequent der Skulptur zu. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen Räumen in Nürnberg, Bayreuth, Schweinfurt und Altdorf zu finden.

Ein Zitat von Frauenknecht lautet*: „Wenn ich einen Stein senkrecht in die Höhe werfe, gibt es einen Augenblick der Ruhe, wo die auf den Stein einwirkenden Kräfte einander ausgleichen. Diesen Moment des Gleichgewichts der Kräfte versuche ich immer wieder zu erreichen.“ Dies zeigt seine Sensibilität für die Materialität und die Wirkung seiner Werke im Raum. Auch die Skulptur in der Unimensa vermittelt durch ihre Form und Struktur ein Gefühl von Balance und Harmonie.

Frauenknechts Skulpturen sind oft abstrakt, doch er selbst wehrte sich gegen diese Einordnung. Für ihn waren seine Werke „Gegenstände zum ästhetischen Gebrauch“, die durch ihre formalen Strukturen und die Balance der Kräfte eine tiefere Botschaft transportieren. Tatsächlich sind die Grenzen zwischen Kunst und Alltagsgegenständen oft fließend, was sich insbesondere an diesem Werk zeigt. Unter Studierenden oder Beschäftigten der Universität ist es wegen seiner fachartigen Vertiefungen auch unter dem Spitznamen „Schirmständer“ bekannt. Wie auf dem Foto zu sehen, wird dies Skulptur wegen ihres sehr prominenten Standorts direkt im Eingangsbereich der Mensa häufig auch als Plakatwand für Aushänge aller Art genutzt.


Die Kunst Frauenknechts verschmilzt so mit der Alltagsrealität der Universitätsangehörigen, die fast täglich beim Gang zum Essen an diesem Werk vorbeikommen. Doch ein zweiter genauerer Blick lohnt durchaus, um diese Skulptur aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und die feinen Details und die harmonische Balance zu entdecken, die Frauenknecht in diesem Werk meisterhaft umgesetzt hat.
(*Quelle: https://www.hermann-frauenknecht.de)

Hanns Herpich - Texttilobekt im Hauptspeisesaal der Universität Bayreuth Ansicht von vorne

Ein weiteres Beispiel für die Integration von Kunst in den Alltag ist das beeindruckende Textilobjekt im Hauptspeisesaal der Mensa der Universität Bayreuth. Es handelt sich um ein Werk des Künstlers Hanns Herpich aus dem Jahr 1984 und besteht aus handgewebten Textilbahnen in Leinenstruktur, die eine Länge von 3,50 Metern und eine Breite von 0,90 Metern aufweisen.

Die insgesamt neun Meter langen Stoffbahnen sind mit Farbstreifen bedruckt und in unterschiedlichen Stufen angeordnet. Diese Anordnung bezieht sich gezielt auf den wechselnden Lichteinfall durch die südlichen Fenster des Speisesaals. Dabei wird eine dynamische und lebendige Wirkung erzeugt, die Studierende und Besucher*innen der Mensa dazu einlädt, die Wechselwirkung von Licht, Farbe und Form bewusst wahrzunehmen und sich mit der Kunst im öffentlichen Raum auseinander zu setzen.

Hanns Herpich - Texttilobekt im Hauptspeisesaal der Universität Bayreuth Ansicht von der Seite

Hanns Herpich*, geboren 1931 in Nürnberg, war ein vielseitiger Künstler, der sich neben der Malerei und Grafik auch intensiv mit Textilkunst auseinandersetzte. 1990 erhielt er die Professur für Textilkunst an der Akademie für Bildende Künste in Nürnberg, dessen Lehrstuhl er bis 1999 innehatte. Bis weit in die 80er-Lebensjahre war Herpich als Textilkünstler aktiv. Er starb im Juli 2022 im Alter von 88 Jahren in Nürnberg. Herpichs Werke sind oft durch ihre klare Formensprache und die harmonische Integration in den architektonischen Raum gekennzeichnet.

Das Textilobjekt in der Mensa ist ein herausragendes Beispiel für Herpichs Fähigkeit, Kunst und Architektur miteinander zu verbinden. Die Farbstreifen dieses Werkes sind nicht nur ein ästhetischer Blickfang. Die Textilbahnen nehmen die natürlichen Lichtverhältnisse auf und verstärken sie durch ihre Anordnung. Je nach Tageszeit und Lichteinfall verändert sich die Wahrnehmung des Kunstwerks, was eine faszinierende Interaktion zwischen Kunst, Raum und Betrachtenden schafft.
(*Quelle: Hanns Herpich – Wikipedia)


Verantwortlich für die Redaktion: Oliver Gschwender

Facebook Youtube-Kanal Instagram LinkedIn UBT-A Kontakt