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Kunst auf dem Campus der Universität Bayreuth

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Geowissenschaften

Das Werk von Hans Mayer, das 1974 aus einem Findling aus Flossenbürger Granit geschaffen wurde, ist das erste Kunstobjekt das auf dem zukünftigen Campus der Universität Bayreuth errichtet wurde.

Granit ist nicht nur ein natürliches Material, sondern auch ein Symbol für Beständigkeit und Dauerhaftigkeit, das oft in der Architektur und Bildhauerei verwendet wird, um Stabilität und Zeitlosigkeit zu vermitteln. Die Wahl dieses Materials verleiht dem Werk eine gewisse Würde und verbindet es eng mit der natürlichen Umgebung des Campus.

Hans Mayer Findling aus Flossenbürger Granit

Der Findling bedeckt die Grundstein-Urkunde der Universität Bayreuth und trägt die Inschrift „Universität Bayreuth – 23. März 1974“. Dies verleiht dem Werk eine doppelte Bedeutung: Es ist sowohl ein künstlerisches Objekt als auch ein historisches Dokument. Der Stein symbolisiert den Grundstein der Universität und markiert den Beginn ihrer Geschichte. Die Inschrift verweist auf den Gründungstag und verankert das Werk fest in der Geschichte der Institution.

Das Kunstwerk verschmilzt aufgrund des gewählten Materials mit der natürlichen Umgebung und ist daher schwer zu entdecken. Diese Integration in die Landschaft unterstreicht die Idee, dass die Universität ein organischer Teil ihrer Umgebung ist. Es suggeriert, dass Wissen und Bildung natürliche und fundamentale Bestandteile der menschlichen Gesellschaft sind.

Mayer selbst hat eine bewegte Geschichte, die von Vertreibung und Neuanfang geprägt ist. Diese persönliche Erfahrung könnte in seinem Werk widergespiegelt werden, insbesondere in der Wahl von Materialien und der Art und Weise, wie sie in die Umgebung integriert werden. Der Findling könnte als Symbol für Widerstandsfähigkeit und Neuanfang interpretiert werden, Themen, die in Mayers Leben und Werk eine zentrale Rolle spielen.

Hans Mayer, auch bekannt unter dem Künstlernamen „Mayan“, hat eine bemerkenswerte künstlerische Laufbahn. Seine Werke, insbesondere seine großformatigen Stelen und Keramikarbeiten, zeigen eine Vorliebe für monumentale und ausdrucksstarke Formen. Der Findling auf dem Campus der Universität Bayreuth ist ein frühes Beispiel für seine Fähigkeit, natürliche Materialien in künstlerische Aussagen zu verwandeln.

Das Wandgemälde von Heinz Altschäffel aus dem Jahr 1975, das sich im Eingangsbereich des Gebäudes Geowissenschaften I der Universität Bayreuth befindet, ist ein beeindruckendes Beispiel für die künstlerische Entwicklung und das Schaffen dieses Künstlers. Um das Werk zu interpretieren, ist es hilfreich, sowohl die künstlerische Ausbildung und die kreativen Einflüsse von Heinz Altschäffel als auch die spezifischen Elemente des Gemäldes zu betrachten.

Wandgemälde von Heinz Altschäffel aus dem Jahr 1975

Heinz Altschäffel begann seine künstlerische Laufbahn an der Kunstschule in Würzburg und setzte seine Ausbildung an den Akademien der Bildenden Künste in München und Nürnberg fort. Diese Ausbildung legte den Grundstein für seine spätere künstlerische Entwicklung, die durch eine ständige Suche nach neuen Herausforderungen und Experimenten mit verschiedenen Maltechniken gekennzeichnet ist.

Das Wandgemälde zeigt eine abstrakte, übergegenständliche Darstellung. Die Verwendung von kräftigen Farben und geometrischen Formen deutet auf einen Einfluss der modernen Kunstströmungen seiner Zeit hin. Die Komposition ist dynamisch und spielt mit Kontrasten und Farbflächen, was auf eine emotionale und intuitive Herangehensweise an das Malen hinweist. Das Bild erinnert duch die charakteristische Verwendung von einfachen, kindlich anmutenden Formen und Symbolen an berühmte Werke des spanischen Malers Joan Miró.

Die abstrakte Natur des Gemäldes lässt viel Raum für Interpretationen. Die Verwendung von geometrischen Formen und kräftigen Farben könnte als Ausdruck der Energie und Dynamik interpretiert werden, die oft mit wissenschaftlichen Entdeckungen und dem Streben nach Wissen assoziiert werden. Dies passt gut zum Kontext des Gebäudes der Geowissenschaften, in dem das Gemälde zu sehen ist.

Udo Kaller's Wandinstallation „Geologischer Geländeschnitt zwischen Fichtelgebirge und Bamberger Becken" ist ein bemerkenswertes Werk, das sowohl künstlerisch als auch wissenschaftlich interpretiert werden kann. Diese Installation, die 1979 geschaffen wurde, besteht aus Tempera auf Stahlblech und ist mit Klarlack behandelt, was ihr eine dauerhafte und glänzende Oberfläche verleiht. Mit einer Größe von 15 x 1 Metern dominiert sie den Raum im Foyer des Gebäudes Geowissenschaften II an der Universität Bayreuth.

Udo Kaller's Wandinstallation „Geologischer Geländeschnitt zwischen Fichtelgebirge und Bamberger Becken

Die Verwendung von Tempera auf Stahlblech ist ungewöhnlich und zeigt Kallers Experimentierfreude mit verschiedenen Materialien. Tempera bietet eine leuchtende Farbpalette, während das Stahlblech eine robuste und moderne Grundlage bietet. Der Klarlack schützt das Werk und verleiht ihm eine glatte, reflektierende Oberfläche, die das Licht einfängt und die Farben intensiviert.

Das Werk stellt einen geologischen Querschnitt dar, der die Landschaft zwischen dem Fichtelgebirge und dem Bamberger Becken zeigt. Die Darstellung ist abstrakt, aber dennoch präzise in der Wiedergabe der geologischen Schichten und Formationen. Die Verwendung von Farben und Formen vermittelt eine Tiefe und Komplexität, die die geologischen Prozesse und die Zeit, die sie geformt hat, widerspiegelt.


Udo Kaller's Wandinstallation „Geologischer Geländeschnitt zwischen Fichtelgebirge und Bamberger Becken - Gesamtansicht

Die Installation befindet sich in einem wissenschaftlichen Kontext, was ihre Bedeutung als Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft unterstreicht. Sie dient als visuelle Erklärung geologischer Phänomene und regt gleichzeitig zur Reflexion über die Schönheit und Komplexität der Natur an.

Kallers Hintergrund als Künstler, der sowohl in der Malerei als auch in der Grafik tätig ist, spiegelt sich in der Präzision und dem Detailreichtum des Werks wider. Udo Kaller, geboren 1943 in Gleiwitz/Oberschlesien, hat eine bemerkenswerte künstlerische Laufbahn hinter sich. Seine Ausbildung an den Akademien der Bildenden Künste in München und Nürnberg sowie seine Mitgliedschaft in der Künstlergilde Ulm haben seine künstlerische Entwicklung geprägt. Kallers Werke sind oft von der Natur und der Landschaft inspiriert, was sich in dieser Installation widerspiegelt.

Im Innenhof des anschließenden Gebäudeteiles Geowissenschaften II befindet sich die Seilverspannung von Alf Schuler aus dem Jahr 1977. Diese Werk von Alf Schuler, ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Minimal Art, eine Kunstbewegung, die sich durch ihre Reduktion auf grundlegende Formen und Materialien auszeichnet. Diese spezielle Installation, die aus Nirostaseilen in V4A-Stahlösen besteht und eine Wandfläche von 18 x 6 Metern umspannt, ist ein hervorragendes Beispiel für Schulers Fokus auf räumliche Wahrnehmung und physikalische Eigenschaften.

Alf Schuler Seilverspannung im Innenhof des Gebäudes Geowissenschaften II

Die Verwendung von einfachen, industriellen Materialien wie Stahlseilen und -ösen unterstreicht die minimalistische Ästhetik. Diese Wahl betont die Schönheit und Bedeutung der Materialien selbst, ohne zusätzliche Verzierungen oder komplexe Formen. Die Seilverspannung erzeugt eine dynamische Interaktion mit dem Raum. Die Seile scheinen die Wandfläche zu durchdringen und erzeugen ein Gefühl von Tiefe und Bewegung. Dies regt den Betrachter an, die Beziehung zwischen den Seilen und der Wandfläche zu erkunden und die räumlichen Verhältnisse neu zu bewerten.

Ein besonderes Merkmal dieses Werkes ist die Wechselwirkung mit dem Sonnenlicht. Die Seile werfen bei Sonnenschein reizvolle Schattenmuster auf die Wand, die sich im Laufe des Tages verändern. Dies fügt eine zeitliche Dimension hinzu und macht das Kunstwerk zu einem lebendigen Teil seiner Umgebung.

Die Installation macht physikalische Kräfte wie Schwerkraft und Spannung sichtbar. Die gespannten Seile vermitteln ein Gefühl von Balance und Stabilität, während sie gleichzeitig die Spannung und Energie zeigen, die in ihnen steckt. Der Abstand der Seile ist auf das Grundfugenmaß der Wand von 1,20 Metern bezogen. Dies zeigt eine bewusste Integration des Kunstwerks in den architektonischen Kontext des Gebäudes. Es schafft eine Harmonie zwischen Kunst und Architektur und betont die strukturellen Elemente des Gebäudes.

Alf Schuler, geboren 1945, ist ein bedeutender Vertreter der Minimal Art. Seine Werke sind oft durch ihre klare Formensprache und die Betonung physikalischer Eigenschaften gekennzeichnet. Schuler hat an renommierten Ausstellungen wie der documenta 6 und 8 teilgenommen und erhielt mehrere Preise, darunter den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Seine Berufung an die Kunsthochschule Kassel unterstreicht seine Bedeutung im Kunstbetrieb.


Verantwortlich für die Redaktion: Oliver Gschwender

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