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Kunst auf dem Campus der Universität Bayreuth

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Uni Rondell

Vom Audimax kommend vorbei am Gebäude NW I in Richtung Unirondell gelangt man zur Raumkurve von Norbert Kricke. Bereits von weitem können wir eine weithin gebogene Metallskulptur erkennen, die eine weiträumig gebogene Kurve beschreibt. Es handelt sich dabei um das zwischen 1984 und 1985 entstandene letzte Werk des Künstlers Norbert Kricke. Der Künstler öffnet die Figur zum Raum hin und lässt ihn als „Kräftefeld vieler Dimensionen“ spüren.

Je nach Position des Betrachters verändert das Objekt dabei seine Form. Um diesen Effekt zu beobachten, empfiehlt es sich, einmal die Skulptur herumzugehen und dabei den Blick immer auf das Kunstwerk gerichtet zu halten. Dem Betrachter bietet sich so ein faszinierendes Schauspiel, bei dem sich die Kurve in verschiedenen Richtungen zu bewegen scheint. Bei der Umrundung zeigt sich dem aufmerksamen Beobachter mal eine dreidimensionale Kurve und dann wieder ein scheinbar flacher, nur zweidimensionaler Bogen. Ursprünglich war diese Skulptur hinter der Universitätsbibliothek und dem Gebäude GW II platziert. An dieser Stelle wurde 2024 das neue Afrikagebäude der Universität errichtet und das Kunstwerk hierfür an seinen neuen Standort überführt. Dieser neue, sehr viel zentralere Standort am Rand des Unirondells macht die Raumkurve zu einer der zentralen Skulpturen auf dem Campus, an denen Studierende und Beschäftigte der Universität beispielsweise auf dem Weg zur Mensa nahezu täglich vorbeikommen.

Rund um das Rondell in der Mitte des Campus finden sich vier von insgesamt sechs figürlichen Skulpturen des Künstlers Stephan Balkenhol. Diese sechs 1,50 Meter hohen Figuren sind auf sechs unterschiedlich geformten, gleich hohen Säulen platziert. Vier davon entlang des Weges rund um das Rondell, zwei weitere jeweils entlang des Weges in Richtung des Sportgebäudes bzw. des Gebäudes der Angewandten Informatik. Die Skulpturen wurden im Jahr 2001 aus Bronze gegossen und mit Lack farbig gefasst. 

Balkenhol hat bei der Gestaltung dieser Skulpturen einen besonderen Zusammenhang zwischen dem äußeren Bereich des Campus und dem zentralen Platz, auf dem wir uns befinden, hergestellt. Die vier Figuren am Uni Rondell, zwei weibliche und zwei männliche, stehen sich gegenüber und verleihen dem Platz eine klare Struktur.

Was diese Figuren besonders macht, ist ihre Platzierung auf Säulen. Balkenhol spielt hier ironisch mit historischen Kunsttraditionen. In der Antike, der Renaissance und im 19. Jahrhundert wurden berühmte Persönlichkeiten oft auf Säulen dargestellt. Balkenhol hingegen stellt den modernen, alltäglichen Menschen auf diese Säulen. Dieses ironische Augenzwinkern ist typisch für Balkenhols Werk und verleiht den Figuren eine besondere Tiefe.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist Balkenhols charakteristische Handschrift. Ursprünglich aus der Holzschnitzerei kommend, hat er diese Figuren in Bronze gegossen, wodurch sie wie holzgeschnitzte Skulpturen wirken. Diese Technik und sein einzigartiger Stil haben ihm weltweite Anerkennung eingebracht.


Stefan Balkenhol - Figuren auf dem Campus der Universität Bayreuth

Balkenhols Figuren sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Sie zeigen den gewöhnlichen Menschen in einer außergewöhnlichen Position und laden uns ein, über unsere eigene Rolle in der Welt nachzudenken. Die Kombination aus traditioneller Form und moderner Interpretation macht diese Skulpturen zu einem besonderen Highlight auf unserem Campus.

Genießen Sie die Betrachtung dieser faszinierenden Kunstwerke und lassen sich von ihrer Tiefe und Bedeutung inspirieren.


Verantwortlich für die Redaktion: Oliver Gschwender

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